Eisen 1

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Eisen 1

 Standort

Eisen 1
Bahnhofstraße 6
26169 Friesoythe

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Eisen 1

Beschreibung

Jahrhunderte lang wurde das in Friesoythe und in der Umgegend vorkommende Raseneisenerz zu Eisen verhüttet und zu verschiedenen Werkzeugen ausgeschmiedet und damit gehandelt. Im Mittelalter war die Stadt Friesoythe eine Hochburg des Schmiedehandwerks in Nordwestdeutschland. Das lag sicherlich zum einen an den herausragenden Schmiedemeistern der Stadt, aber in erster Linie an der Qualität des hier produzierten Eisens. Ein ungewöhnlich hoch konzentriertes Erz, ausreichende Lehmvorkommen für die Erstellung der damals genutzten Rennöfen und der hochwertige Schwarztorf der Region als Brennmaterial ergaben die Voraussetzungen für ein blühendes Handwerks- und Handelszentrum.

Mit Einsetzen der Vorindustrialisierung und dem Einsatz von mit Wasserkraft getriebenen schweren Schmiedemaschinen im Sauerland, Siegerland und Oberösterreich konnten die Friesoyther Schmiede dem Markt nicht länger standhalten.
Das Schmiedehandwerk ging schnell stark zurück, weil andere Schmiedezentren effektiver und effizienter produzieren konnten. Wahrscheinlich hat man noch eine Zeit lang das Eisenerz verhüttet und die Eisenbarren in den Handel gebracht, doch die „Eisenzeit“ in Friesoythe war zum Sterben verurteilt.

Nachdem Friesoythe gegen Ende des 2. Weltkrieges nahezu komplett zerstört wurde, ist die Geschichte der Stadt und die Geschichte des Eisens in Friesoythe nur noch im Boden versteckt vorzufinden. Im Sommer 2007 wurden im Bereich der alten Wassermühle in Friesoythe eindeutige Hinweise zur Eisenverhüttung bei einer archäologischen Grabung entdeckt.